Die Stimme hinter den Worten

Hier geht es um den Autor hinter den Bildern, Worten, Gedanken und Geschichten, die auf dieser Seite ihren Platz finden.

Ich bin im Frühjahr 1986 in Niedersachsen geboren und habe mit zwölf Jahren begonnen, Geschichten zu weben, um mich aus einer manchmal zu unruhigen Wirklichkeit in eigene Welten zurückzuziehen.
Mit vierzehn kamen Zeichnen und Malen hinzu.

Mit der Ausbildung in der Gesundheits‑ und Krankenpflege im Alter von sechzehn Jahren und dem Erwachsenwerden traten diese Hobbys jedoch nach und nach in den Hintergrund.
Schon während der Ausbildung entschied ich mich dafür, Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten.
So wichtig und sinnvoll ich diese Aufgabe empfand, so deutlich spürte ich mit der Zeit, wie auch meine eigene Lebensfreude leiser wurde.
Das Schreiben wurde seltener, das Zeichnen verschwand als erstes im Alltag.

Irgendwann ging der Blick für die Schönheit der Welt und damit ein Stück Lebensfreude verloren.
In diesem Moment war klar, dass eine Veränderung nötig war, und ich beschloss, mit über dreißig noch einmal ein Studium zu beginnen.

Mein erster Studiengang war Koreanistik, was vermutlich die meisten in meinem Umfeld überrascht hat.
Kurz bevor ich das Studium begann, kam ich durch Gespräche mit anderen zum ersten Mal bewusst mit der koreanischen Sprache in Berührung.
Im Studium stellte sich jedoch heraus, dass Sprachenlernen nicht zu meinen größten Stärken gehört, und das ist ein eher ungünstiger Befund für ein sprachzentriertes Fach.
Der Studiengang war stark auf Auswendiglernen und Reproduktion ausgerichtet, was an sich sinnvoll ist, weil die Sprache später dauerhaft angewendet werden soll.
Ich merkte aber, dass ich die Sprache nicht nur anwenden, sondern wirklich begreifen wollte.
Dafür hätte ich mehr Zeit gebraucht, als mir zur Verfügung stand. Hinzu kam, dass der Studiengang für mich eher begrenzte berufliche Perspektiven bereithielt.
Nach dem Studienwechsel legte ich die Sprache für eine Weile vollständig zur Seite und kehrte erst später bewusster zum Koreanischen zurück, um sie so weit zu vertiefen, dass ich meine Gedanken darin formulieren konnte.

Mein zweites Fach, Komparatistik, das ich in Kombination mit Koreanistik studierte, fiel mir deutlich leichter.
Auch dort war allerdings der Erwerb einer weiteren Sprache vorgesehen; ich entschied mich für Spanisch.
Dabei wurde mir klar, dass ich Sprachen vor allem dafür nutze, zu lesen, Zusammenhänge zu verstehen und Informationen zu gewinnen. Sobald es darum geht, eine Sprache aktiv zu sprechen, ziehe ich mich eher zurück.

Schließlich wechselte ich Koreanistik fast blind in ein Philosophiestudium.
Ich hatte kaum eine Vorstellung davon, was mich konkret erwarten würde und gehörte auch nicht zu den Menschen, die schon vorher stapelweise philosophische Werke gelesen hatten.
Das machte den Einstieg ins Studium zunächst kompliziert, doch mit der Zeit entstand immer mehr Vertrautheit.
Besonders in der Sprachphilosophie habe ich einen Ort gefunden, an dem ich mich sehr wohlfühle.
In Kombination mit der Komparatistik macht es mir Freude, Symbole, Motive, Tropen und Wörter in Texten zu analysieren
und darüber nachzudenken, welche Bedeutungsräume sich dadurch eröffnen,
ohne daraus direkte Aussagen über die Person zu ziehen, die den Text verfasst hat.

Ein Text ist für mich eine eigene Entität:
Er trägt den Autor oder die Autorin zwar im Herzen,
zugleich zeigt gerade die Sprachphilosophie, dass Wörter unterschiedliche Suggestionen und Resonanzen haben.
Ein einziges Wort kann eine Vielzahl von Gedanken, Bildern und Überlegungen auslösen.
Genau diese Unterschiede in der inneren Bewegung machen einen Text für mich besonders.

Aus diesen Erfahrungen heraus entstand der Wunsch, einen Raum wie das „Gedankenmeer“ zu schaffen.
Einen Ort, an dem manchmal etwas Kreatives entstehen darf, damit der Alltag nicht wieder alles überdeckt;
einen Raum, in dem Gedanken wie Wellen ankommen und ihren Platz finden können.
Vielleicht fühlen sich andere von diesen Bewegungen angeregt
und entdecken darin einen kleinen Ort zum Ausruhen und Atemholen, in einer Welt, die oft kaum Zeit zur Ruhe lässt.

Meeresnebel ist die flüchtige Schicht aus Nebel, die sich über das kalte Meer legt und für einen Augenblick die Konturen weichzeichnet. In seinem leisen Schweben über den Wellen trägt er Geschichten von Sehnsucht und Heimweh, wie ein beinahe unhörbares Flüstern

Meeresnebel

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