Willkommen
im Meer
aus Gedanken
Diese Website ist ein langsamer Raum für Geschichten und Gedanken, die aus dem Alltag herauswachsen, wie eine kalte, salzige Brise am Meer, die einen Moment lang die Luft klarer macht.
Hier finden sich Prosatexte aus der Schreibstube, die von Wintertagen, Freundschaften, Adventslichtern und der leisen Sehnsucht nach dem Meer erzählen. Eine brennende Kerze, fallender Regen oder der Blick auf die See werden zum Ursprung von Geschichten über Hoffnung, Unvollständigkeit und das Gefühl von Heimat.
In den Reisetexten auf der Seite Augenblicke geht es weniger um Sehenswürdigkeiten als um flüchtige Momente zwischen salzigem Nordseewind und knirschendem Schnee, in denen Orte zu inneren Landschaften werden.
Im Weltenspiegel öffnen philosophische Texte Fragen wie „Was bedeutet Wahrheit?“ oder „Wie fühlt sich Regen an?“ und laden dazu ein, Wirklichkeit immer wieder neu zu deuten.
Im Zwischenspiel sammle ich Lektürenotizen, Übersetzungsexperimente, Analysen und kleine handwerkliche Fragen rund ums Schreiben, es sind keine allgemeingültigen Rezepte, sondern Dinge, die mir geholfen haben oder die ich einfach spannend fand.
Ein Teil des Gedankenmeeres ist auch die sprachliche Bewegung und das Spiel mit Deutungsräumen. Die meisten Texte erscheinen in drei Sprachen und oft zuerst in der Sprache, in der sie entstanden sind. Dabei geht es mir nicht um perfekte Kopien, sondern darum, tiefer in Sprache und Bedeutungsräume einzutauchen und mich so in allen drei Sprachen weiterzubilden.
Das Gedankenmeer hatte seine Geburtsstunde bereits im Sommer 2023, obwohl die Idee schon viele Jahre älter ist. Im Dezember desselben Jahres bekam ich von einem Freund den Rat, auf Instagram für die Seite zu werben. Für eine Zeit verlor ich darüber mein eigentliches Ziel aus den Augen: einen Raum zu schaffen, in dem Kreatives entstehen darf, wenn der Alltag den Kopf zu sehr zusammendrückt. Ich sollte mehrmals pro Woche posten und versuchte es auch. Doch die Regelmäßigkeit ermüdete mich. Beiträge hochzuladen und Texte zu schreiben, nur weil ein Rhythmus es verlangt, entspricht mir nicht, und so legte ich schließlich sowohl das Instagram-Projekt „Meeresnebel“ als auch die Website auf Eis. Denn auch wenn es nicht an Themen mangelt, bin ich kein Mensch, der schreibt, um des Schreibens willen. Es braucht einen Impuls, einen Gedanken, ein inneres Drängen. Nun erwecke ich beide Projekte wieder aus dem Schlaf, aber in meinem eigenen Tempo.
Mein Großvater riet mir früh von einem kreativen Beruf ab. Kunst war für ihn eine brotlose Tätigkeit, nichts, wovon man leben kann. Manchmal frage ich mich, was gewesen wäre, wenn ich seinen Rat ignoriert und den anderen Weg eingeschlagen hätte, den ich gelegentlich vor mir sah. Mein Weg ist ein anderer geworden. Ich weiß, wie man einen Text „produziert“, wenn es notwendig ist, aber genau das wünsche ich mir für diesen Raum nicht.
Wer eine ständig aktive Seite erwartet, wird deshalb vielleicht enttäuscht sein. Dieser Raum ist langsam. Es kann Monate geben, in denen kein neuer Text erscheint, und dann wieder mehrere in kurzer Zeit, je nachdem, wann etwas in mir in Bewegung gerät. Texte entstehen hier aus einem Geschehen heraus. Sie sind Folge eines Impulses, eines Wunsches oder einer Situation, in der Schweigen für mich nicht die richtige Antwort wäre.
Diese Texte tragen die Hoffnung in sich, dass sich jemand hierher verirrt, der in ihnen vielleicht eine Inspiration, einen Funken Hoffnung oder eine neue Perspektive findet. Ich schreibe sie in erster Linie für mich und wünsche mir, dass sie einem anderen Menschen ebenso dienen können wie mir.